Ausschnitt aus einem Glasbild des Matthias-Claudius Hauses

Das Leitbild

Wir leben zusammen unter einem Dach und in Gottes Hand

In unserer Kindertagesstätte leben und arbeiten jeden Tag über 60 Personen zusammen. Jede hat ihre Wünsche, Ideen, Bedürfnisse und ihre Tagesverfassung immer dabei.

Darum machen wir uns im Vorfeld bei der Gestaltung unseres Wochenplans und jeden Tag neu auf die Suche nach einer sinnvollen Verknüpfung von folgenden Gesichtspunkten:

  • Jeder Mensch ist ein Individuum     mit ganz eigenen Interessen, Prägungen, sozialen Kompetenzen und eigenem Tempo.
  • Jeder Mensch darf über sich selbst bestimmen,     die Grenzen sind die Anderen. Ich darf mich frei entfalten, solange ich niemanden verletze (das Wort "verletzen" bezieht sich auch auf verbale Verletzungen, Beleidigungen, Einschränkungen der Freiheit, Lärmbelästigungen etc.).
  • Jeder Mensch braucht Partner,     die ihn da abholen, wo er steht. Wir brauchen Ermutigung und manchmal eine Hand, die uns mitnimmt.
  • Der Tagesablauf muss funktionieren, damit alle einen verlässlichen Rahmen haben.     Mahlzeiten, Schlafzeiten, Pausen etc. müssen gut integriert sein.
  • Jedes Kind hat ein Recht auf Anreize und Förderung,     um sich weiterentwickeln zu können und alles das zu lernen, was Kinder für die Zeit nach dem Kindergarten brauchen.
  • Wir wollen ein Lebens- und Lernort für alle Kinder sein.     Kinder mit und ohne Behinderung sind bei uns gleichermaßen willkommen.
  • Jedes Kind hat ein Recht auf Mitbestimmung,     auf Anhörung seiner Interessen und Bedürfnisse.

Wir erreichen diese Ziele, in dem wir:

  • Den Kindern Raum geben

durch eine vorbereitete Umgebung, die die Möglichkeit von Ruhe und Bewegung, Einzelbeschäftigung und Gruppenfindung bietet.

  • Den Kindern Zeit geben

durch genügend selbstbestimmte Zeit, die es den Kindern ermöglicht, sich in ein Spiel zu vertiefen, oder sich in sozialen Gefügen zu ordnen und ein gemeinsames Spiel zu gestalten. Wir dürfen die Kinder nicht zu oft aus den Freispielphasen heraus reißen, die Kinder müssen selber bestimmen können, wann ein Spiel zu Ende gespielt ist.

  • Wir bieten Strukturen und Rahmenbedingungen,

in denen die Kinder sich frei entfalten können, jedes Kind seine Grenzen kennt und lernt, Regeln einzuhalten und Rücksicht auf seine Mitmenschen zu nehmen. Wir bieten zeitliche Abläufe, die den Kindern Orientierung im Tagesablauf bieten. Nichts ist willkürlich. Wir verfolgen einen Plan, der allen Personen Sicherheit und Entwicklungsmöglichkeit bietet.

  • Wir bieten den Kindern Erziehungspartnerschaften an.

Jedes Kind hat seine Bezugserzieherin, die das Kind eingewöhnt hat und es nach Möglichkeit bis zum Verlassen der Einrichtung begleitet. Sie ist im Kontakt mit den Eltern und gestaltet den Übergang in die Grundschule. Die Kindertreffs sind verpflichtend für jedes Kind, damit es ein Gruppengefühl entwickeln kann und lernt, auf die Bedürfnisse der Gruppenmitglieder Rücksicht zu nehmen und sich anzupassen. Neben dieser Bezugsperson können sich die Kinder im offenen Konzept ihre Bezugserwachsenen frei wählen. Jedes Kind kann im Freispiel auswählen, in welchem Raum und bei welcher Person es sich aufhalten möchte.

  • Ein Recht auf Herausforderung

Durch die Funktionsräume haben die Kinder die Möglichkeit, sich in den Räumen aufzuhalten, die ihren Neigungen entsprechen. Wir gehen davon aus, dass Kinder Lust haben, zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Es braucht eine vertraute Umgebung und vielfältige Anregungen, die Lust machen, zu forschen und zu lernen. Die Angebote müssen für Jungen wie für Mädchen, für jüngere und ältere, für schüchterne und lebhafte Kinder interessant und lehrreich ausgestaltet sein. Wir zwingen die Kinder nicht, sondern machen sie neugierig und laden sie immer wieder ein. Wir sind sicher, die Neugierde der Kinder in einer Umgebung, in der sie sich sicher fühlen, führt sie zu immer neuen Erfahrungsräumen.

Wir gestalten die Angebote meist auf freiwilliger Basis und reflektieren immer wieder, ob ein Angebot gut angenommen wird. Wird eine Aktivität von den Kindern nur wenig oder gar nicht besucht, schauen wir, warum dieses Angebot so unbeliebt ist. Liegt es an der Uhrzeit, der Herangehensweise oder ist das Thema gerade nicht dran für die Kinder.

  • Wir arbeiten integrativ / inklusiv

Nicht die Kinder müssen sich unserem Haus anpassen, sondern wir müssen unser Haus den Bedürfnissen der Kinder anpassen. Bei der Aufnahme eines jeden Kindes schauen wir, welche Bedürfnisse es hat und wie wir es am besten begleiten und unterstützen können. Wir machen keinen Unterschied zwischen diagnostizierter Behinderung und "normalen" Kindern, die doch auch alle ihre Eigenheiten und ganz eigene Lebensgeschichte mitbringen.

Egal, ob ein Kind aus Deutschland, Russland oder vom Nordpol kommt, ob es gut sehen, hören oder sprechen kann, ob es lebhaft oder ängstlich ist, ob es aus einer Ein-Kind-Familie oder einem Patchworkhaushalt kommt, wir wollen ein Ort sein, an dem jeder sich wohlfühlt und willkommen ist.

  • Mitbestimmung von klein auf

Die Kinder haben in den Kindertreffs und in der Kiko (Kinderkonferenz) immer wieder die Möglichkeit, die Themen und Schwerpunkte mitzugestalten. Sie werden gefragt, was sie gern näher bearbeiten würden. Sie können Probleme anzeigen und werden in die Lösungssuche der Erziehungspartner mit eingebunden.

  • Zusammenarbeit mit den Familien und Institutionen

Wir bilden Erziehungspartnerschaften mit den Eltern der Kinder. In Tür-und-Angel-Gesprächen sowie in Elterngesprächen sind wir im Austausch mit den Eltern und anderen Institutionen, die den Kindern Unterstützung bieten können. Gemeinsam machen wir uns ein umfassendes Bild, in dem wir die Bedürfnisse der Kinder in den Mittelpunkt stellen.

In unserem Kindergarten leben wir den christlichen Glauben!

Wir erfahren jeden Tag aufs Neue das große Gottesgeschenk an uns:     Die Kinder !!

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